[Erfahrungsbericht] Vollständiger Überspannungsschutz für TWS + PBM KNX, 1-Wire plus 12/24V Hilfsspannung mit Blitzart Überspannungsableiter

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oli171
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Vollständiger Überspannungsschutz für TWS + PBM KNX, 1-Wire plus 12/24V Hilfsspannung mit Blitzart Überspannungsableiter

#1

Beitrag von oli171 »

Hallo zusammen,

für alle die Ihre 1-Wire Bus-Kanäle vor Überspannung schützen wollen und auch die 12/24V Hilfsspannung (z.B. für VOC-Sensoren) nutzen, bzw. schützen wollen, möchte ich hier meine Erfahrung und Kenntnisse teilen.

Kürzlich habe ich für mich beschlossen, alle Datenleitungen am TWS und Professional Busmaster (PBM) mit Überspannungsschutz-Modulen zu schützen.
Bei insgesamt 6 1-Wire Kanälen in der Installation hatte ich mir 6x Überspannungsableiter nur für 1-Wire Professional Busmaster - Typ 2 - 5.000 Ampere bestellt.

Ich hatte mich vor der Bestellung der 1-W ÜSS nicht technisch tief damit beschäftigt oder eingelesen. Nach Einbau der Module und Wiederinbetriebnahme musst ich jedoch feststellen, dass die VOC-Sensoren keine plausiblen Werte mehr liefern. Nach Recherche hier im Forum fand ich mögliche Lösungen.

Option A: Überbrücken des GND-Schutz auf den 1W-Blitzart
Option B: Zusätzliche 24V Blitzart

Da ich auch noch die 1-Wire 12/24 V Hilfsspannung und KNX schützen wollte bestellte ich noch 2x Überspannungsableiter für 24V - Typ 3 - 1.000 Ampere und zur kompletten Absicherung einen Überspannungsableiter für KNX-TP und Hilfsspannung - Typ 3 - 1.000 Ampere.

D.h. für den kompletten Schutz benötigt man

1x Überspannungsableiter nur für 1-Wire Professional Busmaster - Typ 2 - 5.000 Ampere je 1 Wire Kanal
2x Überspannungsableiter für 24V - Typ 3 - 1.000 Ampere
1x Überspannungsableiter für KNX-TP
plus sonstige Überspannungsableiter für sonstige angeschlossene Medien



Das fertige Anschlussschema:
Bild

So angeschlossen schafft ihr einen geschützten Bereich für TWS und PBMs.
Diese Lösung schützt nicht nur vor Überspannung im klassischen Sinn, sondern schützt die PBMs auch vor versehentlichen falsch anschließen, oder Brücken der der 12/24V Hilfsspannung auf GND, 1W und 5V.
:D

Noch ein paar Bilder aus der Praxis:

Ich musste erst noch einen KNX-Aktor im Schaltschrank neu platzieren, damit ich die ÜSS-Module platzmäßig am Wunschort einbauen konnte. (Man sieht noch das KNX-Kabel des Aktors vor dem linken ÜSS.) Alles kein Problem, da ich noch genügend Platz habe. Mein Ziel war die 6 Stück Blitzart nah bei den 1-Wire Kanäle der PBMs zu installieren. So ist es easy mal einen Kanal zu tauschen und man bleibt flexibel.
Bild

Die mitgelieferten Kabelschuhe der Blitzart Schutzmodule sind sehr gut und erlauben das Anschließen eines Leiters in der passenden Länge. Nicht wie bei den fertigen Aufsteckmodulen anderer Hersteller, wo dann lediglich 5-10cm Leitung fest dran sind. In meinem Fall habe ich grün-gelbe Litze in 2,5mm² genommen. Immer schön dran denken, dass nur ein Kabelschuh pro Modul beiliegt. Man hat also nur einen "Schuss". Deshalb bitte mit ordentlichem Werkzeug crimpen. Auch die Muttern mit dem entsprechenden Drehmoment anziehen... (Steht alles auf dem Tütchen in dem sich die Schraube befinden)
Bild

Fertig angeschlossen:
Bild

Die GND Brücke auf der Leitungsseite Richtung 1-W Ringe habe ich dann mit einer Steckbrücke auf den Phoenix Reihenklemmen umgesetzt. Das scheint mir das einfachste und sinnvollste zu sein (Im Bild lila markiert):
Bild
Die 2 linken Klemmen brücken die 24 Hilfsspannung zu allen Leitungsabgängen.

Dieser Komplettschutz macht ein gutes Gefühl. Die Gewitter können von mir aus kommen :-)

Wichtig bei der Umsetzung sind die GND Brücken und der Anschluss von GND nicht über die 1-Wire Blitzart zu führen. Schaut euch das Anschlussschema daher genau an. Wenn alles so angeschlossen ist, läuft der BUS perfekt und die Sensoren liefern alle plausible, saubere Werte zurück.

Beste Grüße

Oli
Zuletzt geändert von oli171 am So Mär 15, 2026 6:48 pm, insgesamt 1-mal geändert.
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hilgner
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#2

Beitrag von hilgner »

Sehr schöner Erfahrungsbericht. Sieht bei mir ähnlich voll aus auf der Hutschiene.

Aber eine Frage zu deinem LAN-Kabel: welche CAT/Stecker ist das? Nicht das du dir hier noch was drüber reinholst.

Auszug Wiki:
Bitte verwenden Sie daher nach Möglichkeit ausschließlich die mitgelieferte Ethernet Anschlussleitung für den LAN-Anschluss. Bei dieser sind die Stecker nicht geschirmt und somit sind die Schirme nicht zur anderen Seite des LAN-Kabels durchverbunden und damit kann die Masse des Switches nicht mit der Masse des Timberwolf Servers verbunden werden.
Zuletzt geändert von hilgner am So Mär 15, 2026 8:59 pm, insgesamt 1-mal geändert.
mfg Heiko

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#3

Beitrag von oli171 »

Hallo Heiko.

Danke für Deine Antwort.

Das LAN-Kabel ist ein UTP-Kabel ohne Schirm. Insofern fast alles gut.
Ich habe zwar noch keinen dedizierten ÜS im LAN, das wird aber auch schnell ganz teuer... Aber wenn jemand hierzu noch Tipps hat - gerne :-)
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michaelkillermann
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#4

Beitrag von michaelkillermann »

Wir verbauen bei den Außenleitungen in Netzwerken immer die Teile von Dehn -> https://www.dehn.de/de-DE/store/f/29535 ... n-7f11448a

Grüße Micha
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#5

Beitrag von oli171 »

Hmm... Danke Micha.

Die Dehn Teile kenne ich, hatte ich auch schon als Gedanke. Sicher gut aber wenn man da 5-10 benötigt kommt da einiges zusammen.

Mein zentraler POE Switch hat auch 2 SFP Ports für Glasfaser. Ich denke ein kleiner DIN-Rail Switch im Verteilerkasten über Glasfaser zum zentralen Switch wäre auch eine super Option. Dann sind diese "teuren" Geräte im Verteilerschrank auch nochmal geschützt, zumindest von den Leitungen in den Wänden elektrisch getrennt...
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hilgner
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#6

Beitrag von hilgner »

Mit den Verbindungen nach Außen steige ich demnächst auf Glasfaser um (endlich)... bisher hatte ich auf der DSL Verbindung einen Überspannungsableiter von Dehn. Aber hast recht, braucht man mehrere, geht das sehr schnell ins Geld. Glücklicherweise sind kleine SFP oder SFP+ Switches extrem günstig die letzten Jahre geworden.

Daher habe ich in meinem 19" Rack einen Aggregation Switch für alle Außenstellen verbaut, hier kann ich mit dem passenden SFP(+) Modul dann selbst wählen ob ich Kupfer oder Glasfaserverbindung nutzen will. Am anderen Ende kommt dann entweder ein kleiner Mediaconverter für eine Einzelverbindung oder ein kleiner Switch bei einer Außenstelle hin. Leider muss ich daher an vielen Orten auf direkte Versorgung durch PoE verzichten. Man kann leider nicht alles haben.

Vor etlichen Jahren hats bei uns einen Blitzeinschlag gegeben. Übern Baum in den Straßenverteiler der Telekom über Telefon-Leitung ins Netzwerk und Stromnetz. Da waren Fernseher, Heizung, Router, Switch, eigentlich das halbe Haus nur noch Elektroschrott; bei allen Nachbarn ebenfalls. Ein paar Jahre später nochmals erwischt, diesmal zum Glück nur die Fritzbox hinüber. Seitdem versuche ich alles auf kleinere Bereiche auf zu teilen und damit Schäden örtlich zu begrenzen. Hierdurch sind Schaltschrank und 19" Rack größentechnisch aber leider ziemlich gewachsen und eigentlich im nachhinein wieder zu klein. :clap:

Meine Racks sind zusätzlich mit einer USV mit Überspannungsschutz gesichert. Ansonsten halt Typ1+2+3 im Haus, bei weiter entfernten UVs weitere Ableiter mit entsprechenden Erdungskabel. Meinen Kabelhändler freuts. Aber dafür sind ja Hobbies da.
Neben dem TWS gehörte der geniale Überspannungsschutz von ElabNet zu meinen ersten Bestellungen.
mfg Heiko

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